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630 Einsätze für die Grafschafter Wehren

Hilfe bei Unfällen mit getöteten oder schwer verletzten Menschen belastet auch die Helfer

Die Grafschafter Feuerwehren wurden im Jahr 2008 zu 231 Bränden und 300 technischen Hilfeleistungen, dazu zählen auch schwere Verkehrsunfälle, gerufen. 71 mal gab es Blinden Alarmen, meist ausgelöst durch technisch defekte Brandmelder. Die Gesamtzahl der Einsätze bewegte sich im Rahmen des Durchschnitts vergangener Jahre.

is Nordhorn. Das Jahr 2007 war mit 1029 Einsätzen, unter anderem verursacht durch den Sturm Kyrill, ein Ausnahmejahr. Im Jahr 2008 mussten die Grafschafter Feuerwehren 630 mal ausrücken. Das berichtete Kreisbrandmeister Hermann Fielers kürzlich auf der Jahreshauptversammlung des Kreisfeuerwehrverbandes. Elfmal wurden Großbrände bekämpft. Der spektakulärste und aufwendigste Einsatz erfolgte im April, als im Gewerbegebiet in Westenberg eine mit Holzkohle bis unters Dach gefüllte Halle abbrannte. Feuerwehren und weitere Hilfsorganisationen waren mehrere Tage im Einsatz. Gerettet werden konnte die zweite Hallenhälfte, in der Kunststoffgarne lagerten. Wären sie in Brand geraten, wäre die Gefahr für die Einsatzkräfte und die Bevölkerung noch wesentlich größer gewesen, stellte Fielers fest.

Ein weiterer spektakulärer Großeinsatz spielte sich im März in Nordhorn ab, wo Unbekannte giftige Stoffe in Altglascontainern entsorgt hatten (die GN berichteten).

Neben den Bränden, die sich in jedem Fall unterschiedlich darstellten, wurden die 19 Ortsfeuerwehren der zwei Städte und fünf Gemeinden der Grafschaft jeweils mehrfach im Monat zu schweren Verkehrsunfällen gerufen, um Opfer zu bergen, Unfallstellen auszuleuchten oder abschließend zu reinigen. Bei manchen Unfällen ging der Einsatz bis an die Grenze der psychischen Belastbarkeit der ehrenamtlich eingesetzten Feuerwehrkräfte. Fielers hob hervor, dass die Betreuung durch die Notfallseelsorge nicht nur für die Angehörigen von Unfallopfern hilfreich sei. Die Seelsorger begleiteten auf Wunsch auch die Feuerwehren nach dem Einsatz, um mit ihnen das Erlebte aufzuarbeiten. Dafür dankte Hermann Fielers dem Leiter der Notfallseelsorge, Ludger Pietruschka. Der Kreisbrandmeister dankte aber auch den 925 aktiven Mitgliedern der Feuerwehren: 904 Männern und 21 Frauen, die unter Zurückstellung ihrer eigenen Interessen, um Anderen zu helfen, ihre Gesundheit und im schlimmsten Fall sogar ihr Leben aufs Spiel setzten. Aus- und Weiterbildung sowie der Unfallschutz spielen eine große Rolle bei den Feuerwehren. Dennoch ereigneten sich im Rahmen der Einsätze 18 Unfälle, deutlich weniger als im Vorjahr. Mit regelmäßigen Unterweisungen sorge Kreissicherheitsbeauftragter Jürgen Niers dafür, dass das Sicherheitsbewusstsein eine große Rolle spiele, so Fielers. Das gelte auch für das Fahren der Einsatzfahrzeuge. Martin Nienhues bot deshalb auch im vergangenen Jahr ein Fahrsicherheitstraining für die Feuerwehren auf den Gelände der Deula in Nordhorn-Hesepe an.

Insgesamt stehen den Grafschafter Feuerwehren 89 Fahrzeuge mit Sprechfunk zur Verfügung, darunter 44 Löschfahrzeuge, eine Hubrettungsbühne, zwei Drehleitern sowie 15 Rüst- und Gerätewagen. Vier Fahrzeuge wurden im vergangenen Jahr durch neue ersetzt. Dafür dankte Fielers den Städten und Gemeinden. Bewährt habe sich auch die Ausstattung der Einsatzkräfte mit Meldeempfängern für die stille Alarmierung. 803 Aktive sind inzwischen damit ausgerüstet. Ein digitales Funknetz soll im Jahr 2011 in Betrieb gehen.

Das Durchschnittsalter der aktiven Feuerwehrmitglieder liegt bei 36 Jahren. Für interessierten Nachwuchs sorgen die zwölf Jugendfeuerwehren im Landkreis, in denen 230 Mädchen und Jungen nicht nur in die Arbeit der Feuerwehr eingeführt werden, sondern auch eine engagierte Jugendarbeit erfahren. Kreisbrandmeister Fielers dankte stellvertretend Kreisjugendfeuerwehrwart Daniel Loehrke und seinem Stellvertreter Albert Paul für ihren engagierten Einsatz.

Rückblickend erinnerte Hermann Fielers an die Feierlichkeiten zum 100-jährigen Bestehen der Ortsfeuerwehr Wietmarschen und das 75-jährige Bestehen der Ortsfeuerwehr Lohne. Beim Bezirksleistungswettbewerb in Bockhorn qualifizierten sich drei Grafschafter Wehren für den Landeswettbewerb am 13. September: die Ortsfeuerwehren Bad Bentheim, Ohne und Schwartenpohl.

Abschließend beförderte der Kreisbrandmeister Jürgen Möller (Ortsfeuerwehr Schüttorf) und Maik Vahle (Bad Bentheim) zum Hauptlöschmeister, Uwe Wolf (Nordhorn) zum Brandmeister und Jürgen Niers (Nordhorn) zum Hauptbrandmeister. Gewählt wurden Thorsten Eickelberg (Uelsen) zum Kassierer und Hans Fickers (Emlichheim) zum Schriftführer.

In Grußworten sprachen Landrat Friedrich Kethorn, der Nordhorner Bürgermeister Meinhard Hüsemann und im Namen der Kreistagsabgeordneten Gesine Butke Respekt und Anerkennung für die Arbeit der Feuerwehren und ein großes Lob für die uneigennützige Arbeit aus.

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