An der neuen gemeinsamen Rettungsleitstelle der Stadt und des Landkreises Osnabrück sowie der Polizeidirektion werden sich die Kreise Emsland und Grafschaft Bentheim nicht unmittelbar beteiligen. Sie bleibt in der Politik ein rotes Tuch.
ra Osnabrück/NordhorN. Voraussichtlich im Juli 2010 soll sie im Einsatz sein: die neue sogenannte bunte Leitstelle in der Kreisverwaltung auf dem Schölerberg in Osnabrück. Dann werden Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei für das gesamte Osnabrücker Land - bei der Polizei auch noch darüber hinaus - zentral von einer Stelle aus gesteuert. Mit den Umbauarbeiten soll spätestens Mitte dieses Jahres begonnen werden. In Hannover und Hildesheim gibt es bereits derartige gemeinsame Leitstellen. Die Kreise Emsland und Grafschaft Bentheim haben sich von Beginn an gegen diese Fusionspläne des Niedersächsischen Innenministeriums ausgebrochen und den Erhalt ihrer eigenen Rettungsleitstellen gefordert. Weil ein derartiger Zusammenschluss nicht angeordnet werden darf, haben Oberbürgermeister Boris Pistorius und Landrat Manfred Hugo zunächst ohne ihre Kollegen Friedrich Kethorn (Nordhorn) und Hermann Bröring (Meppen) geplant. Das Innenministerium in Hannover will den eingeschlagenen Weg nach den Worten von Sprecher Frank Rasche ebenfalls „stringent weiter gehen“. "Wir hätten uns gefreut, wenn die Kreise Emsland und Grafschaft Bentheim dabei gewesen wären", sagte Frank Rasche, Kosten für die Anschaffung des neuen Digitalfunks übernehme das Land allerdings nur für die neue Leitstelle in Osnabrück. Die Landräte in Nordhorn und Meppen lassen sich davon indes nicht umstimmen. Die beiden eigenen Leitstelle würden in jedem Fall erhalten bleiben, sagte Friedrich Kethorn gestern. Der Landrat der Grafschaft Bentheim steht nach eigenen Angaben mit seinem Kollegen Bröring in Verhandlungen für eine mögliche Kooperation mit dem Kreis Emsland in Sachen Leitstelle. Polizeipräsident Rolf Sprinkmann als dritter Partner in der neuen bunten Leitstelle wird den Notruf 110 ab Juli nächsten Jahres allerdings auch aus den Kreisen Emsland und Grafschaft Bentheim ins Kreishaus Osnabrück schalten lassen. Das stört Kethorn allerdings nicht weiter: „Das werden die Bürger gar nicht merken.“ Zweifel an Problemen mit einer weiter entfernten Einsatzzentrale versucht die Polizeidirektion zu zerstreuen. „Durch die Bündelung der Leitstellen steht bei größeren Schadensfällen mehr Personal zur Bearbeitung und Lenkung von Einsätzen zur Verfügung“, sagte Rolf Sprinkmann. Formal sei hier aber ein Vertrag mit dem Land Niedersachsen notwendig, der die Einbindung der Leitstellenaufgaben für die Polizeiinspektionen Osnabrück und Emsland/Grafschaft Bentheim regele, so der Polizeipräsident weiter. Auch Hugo und Pistorius sind überzeugt davon, dass „der Nutzen einer gemeinsamen Leitstelle insbesondere im Sicherheitsgewinn für die Bevölkerung liegt“. Auch die technische Ausstattung wird im Zuge der Zusammenlegung modernisiert. Die derzeit in den Leitstellen verwendete Technik stammt überwiegend aus den 90er Jahren und ist nicht mehr auf dem aktuellen Stand. Durch die gemeinsame Anschaffung und Nutzung des Einsatzleitsystems wie auch des neuen Digitalfunks könnten die Kosten für alle Partner deutlich gesenkt werden, heißt es.