Hornissen und Wespen - beobachten statt töten
Jedes Jahr wird die Feuerwehr unserer Gemeinde von verängstigten Leuten gerufen, um Hornissen- und Wespennester zu vernichten. Wenn es bei derartigen Vernichtungsfeldzügen um Hornissen geht, wird die Feuerwehr zur Ausrottung einer nicht mehr häufigen und sogar nützlichen Tierart missbraucht, die wenige Menschen kennen, aber um so mehr fürchten. Diese Tatsache erfüllt die Leute von der Feuerwehr nicht gerade mit Stolz. Deshalb haben wir uns über unsere Riesenwespen dokumentiert und überlegt, was man anders machen könnte.
Was ist die Hornisse
Die Hornisse ist die grösste unserer Wespenarten. Sie ist ein Raubinsekt wie ihre kleinen Verwandten, die Wespen. Auch hier überlebt nur das begattete Weibchen, die Königin, den Winter und gründet im Frühjahr ein neues Volk. Ihr Nest ist gleich gebaut wie das der Haus- und Erdwespe, aus einer Art selbsthergestelltem Papier, nur grösser. Ihre Nahrung besteht aus gejagten Insekten sowie aus zuckerhaltigen Pflanzensäften. Man hat festgestellt, dass 60 jagende Arbeiterinnen eines Hornisssenstaates an einem einzigen Tag 230 Fliegen erbeutet haben. Unter den Insekten spielen diese Tiere etwa die gleiche Rolle wie die Raubvögel unter den Wirbeltieren. Im natürlichen Beziehungsgefüge unserer Tiere und Pflanzen nehmen sie eine ähnliche Aufgabe wahr wie die braune Waldameise, die von Gesetzes wegen geschützt ist.
Am meisten sind die Hornissen durch Verfolgung durch den Menschen und durch die Verminderung ihres Lebensraumes bedroht. In der Bundesrepublik Deutschland bestehen nur noch einzelne Inseln mit Hornissenbeständen. Mit Schutz- und Umsiedlungsprogrammen durch private und öffentliche Fachinstanzen wird versucht diese bemerkenswerte Tierart vor dem Aussterben zu bewahren!
Auch die Wespen füllen im Gefüge der Natur eine wichtige Nische aus. Auch Wespen füttern ihre Brut zu einem grossen Teil mit Insekten und deren Larven. Wenn sie auch noch häufiger vorkommen und folglich weniger gefährdet sind als die Hornissen, sollte man doch nicht wahllos jedes Wespennest vernichten.
Wie gefährlich sind Hornissen?
Jedermann, der die Hornissen kennt oder einigermassen mit ihnen vertraut ist, bestätigt, dass sie am gutmütigsten von allen Wespenarten sind. Sie greifen nur in der Nähe ihres Nestes an, wenn sie geplagt werden. Aus Giftigkeitsuntersuchungen geht hervor, dass Hornissenstiche nicht giftiger sind als Wespenstiche. Sie scheinen jedoch schmerzhafter zu sein.
Von der eigentlich Giftigkeit eines Hornissenstiches muss die allergische Veranlagung einzelner Menschen gegen Insektenstiche unterschieden werden. Die allergische Veranlagung einzelner Menschen ist jedoch nicht ein Problem, das den Hornissen angelastet werden darf. Hummel, Bienen und Wespen sind für allergisch veranlagte Menschen nicht weniger gefährlich.
Die Natur beobachten, statt sie zu verfolgen
Auch bei Wespennestern kann man sehr interessante Beobachtungen machen. Nehmen Sie sich Zeit und beobachten Sie Wespen am Nest. Sie werden überrascht sein, was da alles zu sehen ist. Wenn Sie sich dabei ruhig verhalten, wird Ihnen nichts passieren.
Hornisse und Wespe im Vergleich:
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Gemeine Wespe (Vespula vugaris) |
Hornisse (Vespa crabro) Grösste europäische Wespenart |
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Körperlänge: 11 bis 20 mm |
Körperlänge: 20 bis 35 mm |
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Färbung: schwarz-gelb |
Färbung: braun-gelb |
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Nest: grau, papierartig, rundlich, oft von der Grösse einer Männerfaust, in Einzelfällen auch wesentlich grösser, unterirdisch, unter Dächern usw.
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Nest: ockerfarben, papierartig in hohlen Bäumen, unter Dächern usw., bis 50 cm Ø bis 5000 Bewohner |
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Flugzeit: März bis Oktober |
Flugzeit: April bis Oktober |
Sehr gute Informationen zu Hornissen und Wespen, ihre Lebensform, Bilder, Schutzmöglichkeiten und weiterführende Literatur finden sich im Internet unter:
www.csaucher.de (externer Link)




